Posts from — Februar 2010
Fakten, Fakten, Fakten… zu Google
Auf dem Blog Royal Pingdom haben wir eine interessante Übersicht von Daten und Fakten über Google gefunden, die wir Euch nicht vorenthalten möchten:
Februar 28, 2010 5 Comments
Facebook-Patent auf Newsfeeds könnte für Google & Co teuer werden
Facebook hat am 23. Februar 2010 unter der Nummer 7,669,123 ein Patent für die Technologie hinter den Newsfeeds zugesprochen bekommen. “Dynamically providing a news feed about a user of a social network” lautet der Titel des Patents. Der Inhalt wird wie folgt zusammengefasst:
A method for displaying a news feed in a social network environment is described. The method includes generating news items regarding activities associated with a user of a social network environment and attaching an informational link associated with at least one of the activities, to at least one of the news items, as well as limiting access to the news items to a predetermined set of viewers and assigning an order to the news items. The method further may further include displaying the news items in the assigned order to at least one viewing user of the predetermined set of viewers and dynamically limiting the number of news items displayed.
Die Erteilung dieses Patents könnte strategisch wichtig für Facebook im Wettbewerb werden. Man hat nun eine juristische Grundlage, gegen die beschriebene Nutzung von Newsfeeds bei anderen sozialen Netzwerken vorzugehen oder die Anwender zu Lizenzzahlungen zu zwingen. Das Patent geht sogar über die reinen Newsfeeds hinaus und nimmt für Facebook auch das Filtern von Newsfeeds, Werbung in Feeds, die Suche nach Feeds und anderes in Anspruch. Als Erfinder wird Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und einige Facebook-Top Manager aufgeführt.
Was bedeutet dies nun für anderen Nutzern, der doch weit verbreiteten Newsfeeds? Schwer zu beurteilen. Die Beschreibungen in dem Patent sind – nach unserer Meinung – recht weit gefasst und teilweise schwammig. Grundsätzlich könnte Facebook andere Anwendern von Newsfeeds zur Unterlassung zwingen. Dies ist besonders prekär, weil sehr viele Internetangebote – gerade auch von Google, Twitter und sozialen Netzwerken – im Kern Newsfeeds oder Abwandlungen davon nutzen. Was meinst ihr? Werden wir einen Patentkrieg rund um die Newsfeeds sehen?
Februar 27, 2010 20 Comments
Google: “Competitive Ad Serving” soll Wettbewerb zwischen Vermarktern anstacheln
Unter der Nummer 20100049584 hat Google einen Patentantrag für ein “Competitive Advertising Server” gestellt. Aus der Beschreibung des Patentantrags geht das Ziel bzw. die Anwendung dieser Technologie hervor. Webseiten-Betreiber haben die Möglichkeit, ihrer Webseiten selbst oder durch Werbenetzwerke vermarkten zu lassen. Dazu wird das Inventory, also die Werbefläche, definiert. Diese wird dann einem Vermarkter zur Vermarktung überlassen. Das kann manuell oder automatisch – wie über DoubleClick – geschehen. Problematisch für den Webseiten-Betreiber ist, dass er zwar einzelne Werbeflächen an unterschiedliche Vermarkter vergeben kann, er dann aber auf den Erfolg seiner Vermarktungspartner angewiesen ist. Hier möchte Google nun Abhilfe schaffen und verschiedene Vermarkter über den erzielbaren Preis um die verfügbaren Werbeplätze konkurrieren lassen.
Webseiten-Betreiber stellen ihre Plätze verschiedenen Vermarktern zur Verfügung und der “Competitive Advertising Server” wählt dynamisch diejenige Werbung aus, die den höchsten Preis erzielen wird. Das Prinzip ist in der untenstehenden Grafik dargestellt. Die Auswahl soll über einen Vergleichswert einer ersten platzierten Werbung passieren. Das System wählt dann eine Werbung aus, die wahrscheinlich einen höheren Preis oder einen wahrscheinlicheren Klick erzielen wird. Der Webseiten-Betreiber soll somit einen höheren Umsatz aus seinem Inventory ziehen.
Google agiert hier allerdings nicht so ganz selbst los. Man hat das Problem, dass viele große Publisher auf seine bisherigen Partner vertrauen und Google (über DoubleClick bzw. AdSense) oftmals nur die schlecht vermarktbaren Bereiche zugewiesen bekommt. Google bekommt durch die erfolgsabhängige Umsatzbeteiligung entsprechend weniger Geld. Über den Hebel des Wettbewerbs versucht der Riesen aus Mountain View nun, mehr und bessere Werbeflächen für sich zu bekommen. Google kann bei der Suchmaschinen-Werrbung im Gegensatz zu vielen anderen Vermarktern oftmals höheren Preis vor allem für Nischenthemen bieten. Die Preisfindung über Auktionen möchte Google bekannterweise auch auf die Display-Werbung übertragen und das noc immer verbreitete CPM-Modell ablösen. Wird Google dies gelingen, so dürfte man aufgrund der höheren Nachfrage bei den Google-Werbekunden auch für die Display-Werbung auch leicht höhere Preise erzielen können. Da würde ein Wettbewerbsverfahren für die Platzierung über den Preis die Vorteile klar in Richtung Google verschieben.
Februar 26, 2010 6 Comments
iPhone vs. Android – Neue Statistiken von Januar…
Neue Zahlen von der Smartphone und mobile Apps-Front. Die Daten stammen aus dem Mobile Metrics Report von AbMob und beleuchten den Januar 2010. Hier die interessantesten Statisken mit einem besonderen Blick auf einen Vergleich der iPhone- versus der Android-Plattform:
- Durchschnittliche Anzahl Downloads pro Nutzer und Monat: iPhone 8,8 vs Android 8,7 (vgl. Grafik 1)
- Prozent der Nutzer, die mindestens eine kostenpflichtige App erworben haben: iPhone 50% vs Android 21% (vgl. Grafik 2)
- Anteil der weiblichen Nutzer nach Plattform: iPhone 43% vs Android 27% (vgl. Grafik 3)
Februar 25, 2010 5 Comments
Andere für sich arbeiten lassen – Google ist der König des Crowdsourcing
Bei Wikipedia wird Crowdsourcing wie folgt definiert: „ (…) die Auslagerung auf die Intelligenz und die Arbeitskraft einer Masse von Freizeitarbeitern im Internet.“ Eine Schar kostenloser oder gering bezahlter Freiwilliger generiert Inhalte, löst diverse Aufgaben und Probleme oder ist an Forschungs- und Entwicklungsprojekten beteiligt. Google ist ein intensiver Nutzer und Profiteuer des Crowdsourcing, allerdings meinst in einer unaufgeregten und nicht immer transparenten Weise. Grund genug einen Blick auf den Einsatz von Crowdsourcing durch Google zu werfen.
Das mit Abstand wichtigste Crowdsourcing durch Google ist die Nutzung der Verlinkung der Webseiten durch die Webseiten-Betreiber, die eine wesentliche Grundlage der Suchmaschine bietet. Hier nutzt Google das Crowdsourcing in einer impliziten Art und Weise. Beim Wissensportal Knol steht das Crowdsourcing im Mittelpunkt des Produkts, ebenso wie beim Kleinanzeigendienst Google Base. Beim Google Building Maker können Nutzer für Google Earth virtuelle Kopien realer Gebäude erstellen.
Oft basiert das Geotagging bei Google auf dem Crowdsourcing. Nutzer leisten durch das Geotagging bei Picasa und YouTube sowie bei dem Hinzufügen von Beschreibungen in Panoramio einen wertvollen Corwdsourcing-Beitrag für Google. Beim Google Image Labeler könnten Nutzer Tags und Beschreibung an ihre Fotos anhängen, um besser gefunden zu werden. Für den Browser Google Chrome wurde kürzlich die Marke von 400 Add-Ons überschritten, die fast ausschließlich von freien Entwicklern stammen. Im begleitenden Open Source-Projekt Chromium können Entwickler Security-Fehler melden und bekommen dafür Geldpreise. Über die Funktion Sitemaps können Webmaster darüber informieren, welche Seiten sind Ihnen am wichtigsten und wie häufig werden diese geändert. Dies dient der Verbesserung der Suchergebnisse. In Russland und Polen verfügt Google über einen Frage & Antwort-Dienst, bei dem Nutzer Fragen posten können, die von anderen Nutzern beantwortet werden. Einen vergleichbaren Dienst bietet Google in Thailand unter dem Begriff Google Guru. Unter Google Product Ideas können Nutzer Vorschläge für neue Produkte machen oder die Vorschläge anderer bewerten – kostenloses Trendscouting und Marktforschung. Ein sehr interessantes Beispiel ist der kostenlose Telefonauskunftsdienst GOOG-411. Google nutzt die Spracheingaben der Nutzer, um seine Sprachtechnologie zu trainieren und eine möglichst große und vielseitige Phonem-Datenbank aufbauen zu können. Nutzer können ihre Phoneme “spenden” (siehe Snapshot).
Dieser Ansatz wurde kürzlich auf den Dienst Google Voice erweitert. Dieser besitzt eine Transkriptions-Funktion bei der Sprache in Text umgewandelt wird. Dadurch kann man sich beispielsweise eine Nachricht auf einer Mailbox als Email schicken lassen. Der Nutzer wird von Google gebeten, die Qualität der Transkription zu bewerten und dann gefragt, ob er diese „spenden“ möchte. Einen weiteren interessanten Ansatz ist Google mit dem Ad Preference Manager gegangen. Nutzer können Google ihre Interessensgebiete mitteilen oder Themen blockieren. Google wird in die Lage versetzt, passende Werbung an diese Nutzer auszuliefern. In der Google Docs Template Gallery können Nutzer ihre Templates anderen Docs-Nutzern zur Verfügung stellen. Einen Aufwand, den Google nicht treiben muss. Die Übernahme von Recaptcha dürfte Google dabei helfen, die Digitalisierung von Büchern im Projekt Google Books weiter zu verbessern, um vor allem handschriftliche Text bessern und schneller zu verarbeiten. Nicht zuletzt die vielen, vielen Entwickler, die in Projekten wie Google Code helfen, die unterschiedlichsten Google-Technologien zu verbessern und Fehler zu entdecken.
Wie groß der ökonomische Vorteil (strategisch und monetär) ist, den Google aus dem Crowdsourcing zieht, kann niemand genau beziffern. Ich schätze, dass es sich bei einer ehrlichen Rechnung sicherlich auf einen Milliardenbetrag summieren dürfte – von den Vorteilen im Wettbewerb ganz zu schweigen. Haben wir weitere Anwendungen des Crowdsourcing durch Google übersehen? Bitte um Kommentierung. Danke!
Februar 25, 2010 7 Comments



















