Hat Google ein strukturelles Problem mit dem Wachstum?
Aus einer rein finanziellen Perspektive gesehen ist Google immer noch ein Unternehmen, dass sehr stark von nur einem Produkt abhängig ist – oder um es mit den Worten von Steve Ballmer zu sagen: “one trick pony”. Nun zeigen Zahlen zur Entwicklung des Marktanteils im amerikanischen Markt (siehe Grafik), dass Google derzeit mit einem strukturellen Wachstumsproblem zu kämpfen haben könnte.
Seit einem Jahr stagniert der Marktanteil von Google um 65 Prozent. Dabei trägen die Umsätze aus dem amerikanischen Markt etwas mehr als die Hälfte zum Umsatz des Internetkonzerns bei. Zwar hat Google in den letzten beiden Jahren deutliche Fortschritt mit der Monetarisierung neuer Produkte wie YouTube, Google News, Gmail gemacht, aber die Profite aus diesen Produkten ist noch marginal. Daher hängt – zumindest derzeit – das Wohl und Wehe von Google von den Umsätzen aus dem Kontext der Suche ab. Das Wachstum der vergangenen Jahre ist dabei von drei Faktoren getrieben worden:
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Absolutes Wachstum der Suche: Das absolute Wachstum der Internetsuche ist in den vergangenen zehn Jahren signifikant gestiegen. Google hat massiv von diesem generellen Marktwachstum wie auch Yahoo oder andere enorm profitiert.
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Wachstum der Preise der Keywords: Der Anteil der Online-Werbung (und vor allem der Suchmaschinen-Werbung) am gesamten Werbebudget ist gerade auch durch die Angebote und Möglichkeiten, die Google im Markt erfolgreich etabliert hat, ebenfalls stark gestiegen.
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Zunahme des Marktanteils: Google hat andere Suchmaschinen-Anbieter entweder im Markt zurückgedrängt oder hat von ihnen die Vermarktung deren Suchangebote übernommen.
In allen drei Punkten scheinen die Wachstumszahlen der letzten Jahre deutlich zurück zu gehen. Die Penetration der Haushalte mit Internetzugang flacht sich ab. Die Preise für Keywords haben in der Wirtschaftskrise nur leicht gelitten, aber steigen derzeit nur noch sehr langsam an, da sie sich auf einem – unserer Meinung nach – hohen Niveau bewegen. Und in vielen internationalen Märkten wie auch Deutschland verfügt Google bereits über Markanteile zwischen 80 und 90 Prozent – einzig der amerikanische Markt mit 65 Prozent würde noch Potenzial bieten, wenn man die andere Märkte als Vergleichsmaßstab nimmt. Aber hier scheint Google auf der Stelle zu treten…
Dies bedeutet für Google, dass im Grunde alle drei Wachstumsmotoren rund um das Kerngeschäft Suche ein strukturelles Problem haben. Dies erklärt auch, warum Google so intensiv an den Chance der Monetarisierung bislang ungenutzter Potenziale arbeitet. Es wird sehr spannend sein, ob und wie es Google gelingen wird, das von der Börse und den Analysten erwartete Umsatz- und Gewinnwachstum tatsächlich auch abzuliefern.








12 comments
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[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Michael_Ghezzo, DRadio NetzReporter und Confare, Google-Ökonomie.de erwähnt. Google-Ökonomie.de sagte: Neu: Hat Google ein strukturelles Problem mit dem Wachstum? http://bit.ly/dsXQXU #google [...]
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Hat Google ein strukturelles Problem mit dem Wachstum?: Aus einer rein finanziellen Perspektive gesehen ist Google… http://bit.ly/cs0S1i
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Hat Google ein strukturelles Problem mit dem Wachstum? http://dlvr.it/xZGV #link
Ähm… strukturelles Problem? Bei einem Marktanteil von 65% im US Markt? Das ist jetzt ein Witz, oder? Dann hat Google ein ganz schlimmes Problem im deutschen Markt, wo man 90% + hat und ebenfalls seit Jahren nicht weiter wächst. Sättigungsgrenzen in einem Markt, der dürfte so summarisch bei 100%. Danach ist kein strukturelles Wachstum mehr möglich. Bei derartigen Marktanteilen ist Wachstum eher das kleinere Problem, sondern eher der Umsatz pro User. Den erreicht man dann nicht mehr, in dem man noch mehr User an sich bindet, sondern in dem man die User/Kunden dazu bringt, mehr Geld für die Nutzung der Plattform, bzw. die Angebote auszugeben. Was auch ein Grund ist, warum man die Enterprise Version von Google Apps deutlich erweitern.
Die Penetration der Haushalte mit Internetzugang flacht sich ab
Was in vielen westlichen Kernländern etwas damit zu tun hat, dass die Gesamtzahl der Internetanschlüsse schon sehr hoch ist, und dementsprechend langsam wächst. Die Annahme stimmt allerdings, wenn man den asiatischen Markt beobachtet. Korea und vor allem China sind Märkte, in denen Google, verglichen mit den Ergebnissen der letzten Jahre in westlichen Ländern, erstaunlich wenig, bis gar nicht wächst.
Nein, kein Witz. Wir sprechen hier von einem strukturellen Wachstumsprolem und nicht von einem Problem mit den Marktanteilen. Die Börse verlangt Wachstum und da hat Google definitiv ein Problem… klar, das kommt aus den bisherigen Erfolgen..ist aber da!
[...] Bereich der klassischen Suche scheint Google Stangationserscheinungen zu zeigen. Im Mobilbereich zeichnet sich dagegen erst ab, dass Google Konkurrenz fürchten muss [...]
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