Google drängt mit “Apps Marketplace” weit ins Feld von SAP und Co.
Vor zwei Tagen haben wir noch darüber spekuliert, ob Google tatsächlich einen Marktplatz für Unternehmensanwendungen starten dürfte (mit der Einschätzung JA!). Gestern stellte der Internetriese seinen “Google Apps Marketplace” vor. Der Marktplatz setzt auf die “Google Apps Premier Edition” auf. In diesem Produktbündel hat Google seine webbasierten Produkte für Unternehmenskunden zusammengefasst. Mittlerweile nutzen laut Eigenaussage von Google weltweit rund 25 Millionen Angestellte die Google Apps – meist in kleineren und mittelgroßen Unternehmen, aber auch ein paar größere Konzerne sind dabei.
Über den Google Apps Marketplace können die Kunden auf zahlreiche Anwendungen von Dritt-Entwicklern zugreifen. Nach Angaben von Google bieten zum Start bereits 50 Unternehmen auf dem Marketplace Software an. Anders als herkömmliche Unternehmenssoftware werden die Programme über das Internet als Cloud Computing-Dienst bereitgestellt und müssen nicht auf den einzelnen Rechnern installiert und gepflegt werden. IT-Administratoren sollen mit nur wenigen Klicks die Software im neuen Shop buchen und in ihre Infrastruktur einbinden können. Zum Start stehen unter anderem Anwendungen für die Gehaltsabrechnung oder für den Austausch von Dokumenten und Projekten in Unternehmen zur Verfügung.
Google betritt hier allerdings bei weitem kein Neuland. Der Marktführer und auch Innovationsführer im Bereich der internetbasierten Unternehmensanwendungen und auch dem Aufbau eines entsprechenden Anwendungsmarktplatzes ist Salesforce.com mit seinem Marktplatz force.com. Mittlerweile können Kunden dort fast 2.000 teilweise hoch spezialisierte Anwendungen nutzen – kostenfrei oder kostenpflichtig. Der “Google Apps Marketplace” scheint in einem direkten Vergleich sehr von der Plattform force.com “inspiriert” worden zu sein. Pikanterweise verfügt Google über eine langjährige und umfassende strategische Allianz mit Salesforce.com. Seit zwei, drei Jahren hält sich zudem das Gerücht, dass Google Salesforce gerne akquirieren möchte, aber der Gründer Marc Benioff nicht verkaufen möchte.
Für Google mit seiner starken Marke ist der Schritt in Richtung des Apps Marketplaces ein nachvollziehbarer und logischer Weg. Über die Plattform und die Drittanwendungen dürften sich die Google Apps weiter verbreiten. Interessanterweise bringt Google jedoch mehr ein. Jeder Softwareanbieter, der eine Anwendung bereitstellen will, muss einen eher symbolischen Preis von 100 Dollar als “Aufnahmegebühr” bezahlen. Die Transaktionen des Apps Marketplaces werden durch Google abgewickelt und zwar ausschließlich über den Bezahldienst Google Checkout. Google wird künftig eine Umsatzbeteiligung von 20 Prozent vom Umsatz des Software-Anbieters einbehalten. Die Bezahlfunktion und die Regelungen wurden bereits angekündigt, greifen aber erst Mitte des Jahres.
Der Aufbau des Apps Marketplace ist auch ein Zeichen für einen Wandel in der Art und Weise, wie Unternehmenskunden in Zukunft Software nutzen und vor allem bezahlen werden. Der herkömmliche Weg über eine lokale Einführung und Bezahlung nach Lizenz und Wartung dürfte in ein paar Jahren anders aussehen. Google dringt damit in das Metier von SAP, Oracle oder auch Microsoft vor. Die Vorreiter werden allerdings nicht die großen Unternehmen sein, sondern die kleineren und mittelgroßen Firmen, bei denen IT ein echter Kostenfaktor ist und wo man vielleicht eher bereit ist, neue Wege zu gehen. Dieses Segment ist jedoch auch ein Feld, in das SAP und Co. viel stärker Fuß fassen wollen. Google hat hier jedoch einen entscheidenden Vorteil: Man könnte problemlos das Geschäftsmodell umwerfen. Wie wäre es mit einem Szenario, in dem Google seinen Geschäftskunden ein Angebot macht, ihr Werbebudget (nach deren Zielsetzungen) zu managen und im Gegenzug bekommen diese Firmen die Nutzung der geschäftlichen Anwendungen kostenlos. Wäre nicht abwegig!!! Einem solchen Geschäftsmodell hätten SAP und Co. zunächst erstmal nichts entgegen zu setzen…
März 11, 2010 6 Comments
Kommt ein Google “App Store” für Unternehmen?
Seit ein paar Wochen kursieren Gerüchte, dass Google kurz davor steht, eine App-Plattform für Unternehmen an den Start zu bringen. Ziel dieser Plattform soll es sein, Entwickler eine Umgebung zu schaffen, auf der sie auf der Grundlage von Google Apps Anwendungen für Unternehmen kreiieren und vermarkten können. Diese Idee ist allerdings nicht neu. Salesforce.com hat diesen Weg bereits vor rund zweieinhalb Jahren mit seiner mittlerweile erfolgreichen App-Plattform force.com eingeschlagen.
Ein solcher Schritt würde für Google durchaus sehr viel Sinn machen; vor allem um seine Plattform Google Apps zu stimulieren, die bislang nur Google-eigene Anwendungen verfügbar hat. Salesforce ist mit seiner Plattform rund um das Thema CRM sehr erfolgreich und weist auch den Weg für Google. Die Google-Plattform dürfte dabei recht einfach funktionieren. Entwickler stellen dort ihre Anwendungen ein – entweder unter Einbeziehung der Google-Produkte oder ohne. Ein Teil der Anwendungen ist kostenlos, ein anderer kostenpflichtig. Die Transaktionen und Bezahlung werden über die Plattform abgewickelt und der Betreiber erhält einen kleineren Teil der Umsätze – so zumindest funktioniert force.com und hat sich bewährt.
Unsere Einschätzung: Ein “App Store” für Unternehmen auf der Grundlage der Google Apps ist sehr wahrscheinlich und ein logischer, nächster Schritt, um Unternehmenskunden ein breiteres Spektrum an Produkten und Dienstleistungen aus einer Hand anbieten zu können.
März 9, 2010 6 Comments
Erfolgsgeschichte: 13.000 USD pro Monat mit Android-App
Über die verschiedenen App-Plattformen a la iPhone AppStore oder Android Market wird viel geschrieben und noch mehr analysiert – auch wir gehören dazu. Nun sind auf eine interessante Erfolgsgeschichte eines Entwicklers gestoßen, der eine relativ simple Anwendung namens “Car Locator” geschrieben und damit mittlerweile pro Monat (!) 13.000 Dollar umsetzt. Die App “Car Locator” ist eine einfache, aber nützliche Idee. Wer kennt das nicht. Man parkt sein Auto in einer fremden Stadt, vielleicht in einer Seitenstrasse, und nach Stunden hat man so seine Schwierigkeiten seinen Wagen wiederzufinden.
Der “Car Locator” setzt genau hier an und nutzt das Geocaching für sich. Der Nutzer speichert einfach die Position seines Wagens und kann selbst, wenn er nicht mehr weiß, wo der Wagen steht, ihn problemlos über eine Kartennavigation wiederfinden. Der Entwickler der App hat auf seinem Blog die Hintergründe und die Erfolgsfaktoren sehr gut beschrieben. Interessant ist, dass die Basis des Erfolgs eine kostenlose Version mit eingeschränkten Funktionalitäten ist. Allein diese wurde, laut Blogeintrag, über 70.000 Mal heruntergeladen. Die erweiterte kostenpflichtige Version dann nochmals knapp 7.000 Mal. Der Preis lag ursprünglich bei 1,99 Dollar und wurde dann aber auf 3,99 Dollar angehoben, was dem Erfolg aber keinen Abbruch tat. Entwickler, die an einer mobilen App arbeiten, können aus den beschriebenen Erfahrungswerten auf dem Blogbeitrag durchaus etwas lernen.
März 5, 2010 6 Comments
Interessante Zahlen zu AppStores: iPhone, Android, Palm & Co.
Die Marktanalysten von Distimo haben im Rahmen des Mobile World Congress in Barcelona eine umfassende Studie zu den sechs wichtigsten mobilen Applikationsplattformen präsentiert – mit teilweise interessanten und beeindruckenden Zahlen.
iPhone AppStore liegt unangefochten an der Spitze
Der Apple iPhone AppStore ist und bleibt auf absehbare Zeit der Marktführer. Zum Ende Januar 2010 verfügt er über rund 150.000 Apps. Allein zwischen Anfang Dezember 2009 und Ende Januar 2010 sind 13.800 neue Applikationen hinzugekommen – das ist ein beeindruckender Anstieg von knapp unter 10 Prozent. Als einziger ernstzunehmender Wettbewerber kristallisiert sich der Android App Market heraus. Er verfügt zwar erst über rund 20.000 Apps, allerdings liegt der Marktstart rund anderthalb Jahre zurück. Die App Stores von Nokia, Palm, Blackberry oder Microsoft spielen bislang faktisch keine Rolle.
Paid vs Free – Android hat die meisten kostenlosen Apps
Große Unterschiede zeigen sich bei der Betrachtung der Preisstrukturen der verschiedenen Plattformen. Android hat derzeit mit einem Anteil von 57 Prozent den höchsten prozentualen Wert an kostenlosen Apps. Bei Nokia hingegen sind derzeit 85 Prozent kostenpflichtig. Auch der App Store liegt hier mit einem Anteil von 75 Prozent bei den kostenpflichtigen Anwendungen ziemlich hoch. Allerdings in Relation zur riesigen Anzahl gibt es immer noch über 37.000 kostenlose Apps. Weniger Unterschiede zeigen sich in Bezug auf die Preissetzung bei den beiden wichtigsten App-Plattformen. Hier liegt der iPhone AppStore mit 3,62 USD und der Android Market mit 3,27 USD ungefähr gleich auf. Ausreißer sind hier Blackberry und Microsoft, die beide mehr als doppelt so teuer wie der Durchschnitt sind.
Wie geht es weiter?
Schaut man sich die Zahlen an, so deutet derzeit alles auf einen Zweikampf zwischen Apple und Google hin. Nokia ist mitten in einem Strategieschwenk; dies zeigt beispielsweise die kostenlose Verfügbarkeit von Ovi Maps. Allerdings braucht es sicherlich noch Zeit, bis man hier die Wirklung erkennen kann. Apple hat also noch einen Vorsprung und die Anzahl der verkauften Endgeräte mit einem Android-Betriebssystem ist bei weitem noch nicht so hoch wie bei Apple. Daher ist es für Entwickler (die Geld verdienen möchten) derzeit noch attraktiver, eine App für das iPhone zu entwickeln. Dieser Vorsprung schwindet. Er schwindet auch, weil mittlerweile rund 1.600 Entwickler ihre App sowohl für das iPhone als auch für Android entwickelt haben. Würde sich dieser Trend fortsetzen, so könnte es durchaus zu einer ‘Kommoditisierung’ kommen. Die Angebote der führenden App Stores gleichen sich im Angebotsspektrum und in den Preisstrukturen immer weiter an, so dass der Vorteil, den Apple heute noch hat, schwindet, aber sich auch Google mit dem Android App Market nicht mehr differenzieren kann.
Februar 24, 2010 10 Comments
Google plant offenbar “AppStore” für Geschäftsanwendungen
Laut einem Bericht des Wall Street Journal arbeitet Google an einer App Plattform für Geschäftkunden. Der neue Dienst soll sich rund um die Google Apps gruppieren, die sich vornehmlich an Geschäftskunden richten. Rund um Gmail, Google Docs, Google Calendar, Google Spreadsheets, usw… könnte damit ein neues Ökosystem von Anwendungen für verschiedene Geschäftskunden und Industrien entstehen. …mehr
Februar 2, 2010 3 Comments











