Die Strategien und Taktiken des Internetgiganten

Übernahme von ITA durch Google könnte Weg in Richtung CPA-Werbung weisen

Anfang Juli hat Google die Übernahme von ITA Software, einem Spezialisten für Informationen rund um das Thema Fliegen und Flüge buchen, abgeschlossen. Über eine mögliche Übernahme von ITA wurde bereits seit Anfang April spekuliert (wie berichteten darüber). Die Übernahme von ITA durch Google könnte ein interessanter Schritt des Riesen aus Mountain View in Richtung Werbung mittels des CPA-Modells (Cost per action) werden. Google dürfte die Fluginformationen in seine Suchergebnisse einbinden und gleich eine Art Preisvergleich verschiedener Anbieter integrieren.

Unsere Hypothese, wie Google die Technologie von ITA einsetzen wird, geht allerdings noch in eine andere Richtung. Da ITA auch über ein eigenes und vor allem etabliertes Buchungssystem verfügt, könnte Google dieses System als Grundlage nutzen, in diesem vertikalen Angebot eine CPC-Werbung durch CPA-Werbung zu ergänzen und gleich die Buchungsmöglichkeiten einzubinden. Der Dienstleister, über den schließlich der Flug gebucht wird, zahlt für jede durchgeführte Transaktion einen entsprechenden Betrag an Google.

Juli 5, 2010   3 Comments

Google ist ab sofort auf Drogen – Caffeine ist live

Koffein gehört zu den psychoaktiven Drogen. Koffein ist der anregend wirkende Bestandteil von Genussmitteln wie Kaffee, Tee, Cola oder Energy-Drinks. Sei neuestem ist Google auch auf Koffein oder besser Caffeine. Google hat seinen neuen Suchindex namens Caffeine fertiggestellt (siehe Blogbeitrag), der bereits der Mitte vorigen Jahres angekündigt wurde. An der Bedienoberfläche erkennt dazu nichts, aber unter der Haube hat sich recht viel getan. Immerhin ist der Suchindex einer der wichtigsten Bausteine einer Suchmaschine. 

Mit Caffeine will der Suchriese um 50 Prozent aktuellere (nicht schnellere!) Ergebnisse als bisher liefern. Dazu durchsucht der Crawler das Web in kleineren Portionen und aktualisiert den Suchindex schneller. Dadurch wird es laut Google möglich, Hunderttausende von Seiten parallel zu indexieren. Hunderttausende Gigabytes an Daten werden dadurch täglich verarbeitet. Insgesamt umfasst der Caffeine-Suchindex etwa 100 Millionen Gigabyte und das entspricht in etwa der Größenordnung des bisherigen Index. Caffeine eröffne aber die Möglichkeit in Zukunft, einen wesentlich größeren Index aufzubauen. Zudem ist Google von nun an in der Lage mehr Metainformationen über Dokumente speichern, was letztlich zu besseren Resultaten führen dürfte.  Ob und wie diese Neuerung nun zu beurteilen sein wird, kann man derzeit nocht nicht sagen. Der Trend zu immer aktuelleren Informationen gibt es ja bereits durch die Echtzeitsuche (z.B. Twitter-Integration) schon länger, aber ob man als Nutzer wahrnehmbare veränderungen mitbekommt, bleibt abzuwarten.

Juni 9, 2010   2 Comments

Google holt sich Aardvark für 50 Millionen Dollar – weiterer Schritt ins soziale Netz

Laut einem Bericht von Techcrunch hat Google nach längeren Verhandlungen das Start-Up Aardvark für 50 Millionen Dollar übernommen. Spekulationen um eine Übernahme gab es bereits im Dezember, nun wurde der Deal bestätigt. Aardvark ist ein so genannter Social Search Service. Nutzer können Aardvark Fragen stellen und der Dienst leitet diese Fragen an Personen aus dem “Social Graph” weiter, von denen Aardvark annimmt, dass diese die passende Antwort haben.

Mit der Übernahme von Aardvark dringt Google weiter in das Feld der sozialen Netze vor. Das Interessante an Aardvark ist nicht die Tatsache, dass es ein Frage-Antwort-Dienst ist, davon gibt es viele (in Deutschland beispielsweise gutefrage.net), sondern dass Aardvark zu Identifikation der richtigen Personen den Social Graph benutzt, also das persönliche Netzwerk der Nutzer und wiederum deren Bekannte und Freunde.

Aardvark stützt sich dabei hauptsächlich auf Facebook. Google hat sich damit einen Dienst gesichert, der tief in die Strukturen von Facebook eindringt und diese nutzt. Die ‘soziale Suche’ ist ein interessanter Ansatz. Suchmaschinen können gewöhnlich auf einfache Suchbegriffe oder deren Kombinationen einen passende Antwort liefern. Bei schwierigen und komplexen Fragestellungen kommen Suchmaschinen an ihre Grenzen. Google und anderen versuchen, dieses Problem mit der semantischen Suche zu adressieren. Diese Technologie liefert aber bislang nur wenig brauchbare Ergebnisse (z.B. Wolfram Alpha). Aardvark könnte daher den Zeitraum bis die semantische Suche zufriedenstellend funktioniert überbrücken. Die Website von Aardvark hat hierzu ein paar interessante Zahlen. 98% der gestellten Fragen sind einzigartig oder komplex, bei gewöhnliche Suchmaschinen liegt dieser Anteil bei rund 60%. 88% der gestellten Fragen werden beantwortet, davon 60% innerhalb von 10 Minuten. Dabei beurteilen 70% der Fragenden die Qualität der Antworten als gut und weitere 14% als zufriedenstellend. Hinzu kommt, dass die Nutzer wahrscheinlich ein größeres Vertrauen in die Qualität der Antworten haben, wenn sie wissen, dass diese von Menschen stammen, zu denen sie eine wie auch immer geartete persönliche Beziehung haben – direkt oder ersten oder zweiten Grades.

Aus diesen Gesichtspunkten macht die Übernahme für Google also Sinn. Erwähnenswert ist noch, dass es aber einen kleiner Kulturbruch darstellt. Die Philosophie lautet eigentlich, dass man mit Algorithmen (fast) alle Probleme in den Griff bekommt. Aardvark wurde dabei von Ex-Googler-Mitarbeitern gegründet. Man holt sich eigentlich eine Kompetenz ins Hause, die man bereits hatte. Dies ist ein Zeichen dafür, dass nicht alle guten Ideen bei Google auch umgesetzt werden und die Freiheit auch ihre Grenzen hat.

Interessant wird sein, ob und wie Google Aardvark integrieren wird, da der Dienst ja auf dem persönlichen Netzwerk und dem Social Graph dahinter funktioniert, wird man das Konzept von Aardvark nicht 1:1 in die Web-Suche integrieren können. Hier sind verschiedenen Optionen denkbar:

  1. Man lässt Aardvark (ähnlich wie YouTube) als eigene Marke bestehen.
  2. Man macht aus Aardvark einen Dienst unter einer Google-Marke, ähnlich wie Feedburner, den es ja als Google feedburner noch gibt.
  3. Man integriert Aardvark in die sozialen Dienste wie Gmail, Google Buzz, Google Wave, Orkut, usw. Diese wäre sicherlich aus Sicht von Google der beste Weg, die Funktion nutzen. Allerdings wird nicht jeder Aardvark-Nutzer auch ein Google-Konto haben oder haben wollen.

Und man darf nicht vergessen, dass Google bereits mit dem Dienst “Google Anwers” herumexperimentiert hat, aber ziemlich erfolglos blieb und ihn einstellte. Unsere Einschätzung: Aardvark wird als “Google Guru demnächst einen Relaunch erfahren. Warum Google Guru? Google experimentiert bereits seit längerem mit einem Frage-und-Antwort-Dienst in Thailand herum. Und Aardvark wäre die passende Plattform dazu…

Februar 12, 2010   6 Comments

Mit „near me now“ stößt Google weiter ins “Hyperlokale” vor

Google hat eine neue Funktion namens „near me now“ vorgestellt (siehe Video unten). Sie dient der Geolokalisierung von Smartphones. Mit „near me now“ dringt man weiter in den Bereich der hyperlokalen Dienste vor – alle Dienste, die in meiner direkten Umgebung sinnvoll sind. Die neue Funktion ist auf Android-Smartphone und auch dem iPhone nutzbar und zielt darauf ab, dem Nutzer Informationen in seiner unmittelbaren Umgebung (z.B. Gebäude, Restaurants, Geschäfte, etc.) anzuzeigen. Dieser Dienst eröffnet neue Nutzungsmöglichkeiten und damit auch neue Werbemöglichkeiten für Google. …mehr

Januar 9, 2010   6 Comments