Die Strategien und Taktiken des Internetgiganten

Erfolgsfaktor für Android: Google winkt mit saftigen Umsatzbeteiligungen

Im Gegensatz zum Google-Handy Nexus One ist das Betriebssystem Android durchaus ein Erfolg. Innerhalb der letzten 18 Monate konnte man einen beachtlichen Marktanteil gewinnen und man fährt weiter auf der Erfolgsspur. Der Grund liegt laut einem Bericht des Magazins Paid Content jedoch nicht nur an dem offenen Ansatz und den interessanten technologischen Ansatz wie Google uns weiß zu machen versucht, sondern wohl auch an ungewöhnlich hohen Umsatzbeteiligungen und hohen Zahlungen für die vorinstallation von Google-Diensten auf den jeweiligen Smartphones. Diese Art von Deals sind in der Internetbranche allerdings nichts ungewöhnliches. Die Bedeutung der so genannten “Toolbar-Deals” mit Browser-Herstellern wie Firefox oder Opera, mit Software-Herstellern wie Adobe oder Hardware-Herstellern wie Dell in dabei für die Verbreitung und Nutzung verschiedener Dienste nicht zu unterschätzen. Im Bereich der mobilen Endgeräte ist dies schon etwas ungewöhnlicher. Dem Bericht zufolge ist allerdings die Höhe der Beteiligungen durchaus “unnormal”. Google hält den Partner derzeit anscheinend die ganz großen Karotten hin… 

März 26, 2010   6 Comments

Kommt ein Google “App Store” für Unternehmen?

Seit ein paar Wochen kursieren Gerüchte, dass Google kurz davor steht, eine App-Plattform für Unternehmen an den Start zu bringen. Ziel dieser Plattform soll es sein, Entwickler eine Umgebung zu schaffen, auf der sie auf der Grundlage von Google Apps Anwendungen für Unternehmen kreiieren und vermarkten können. Diese Idee ist allerdings nicht neu. Salesforce.com hat diesen Weg bereits vor rund zweieinhalb Jahren mit seiner mittlerweile erfolgreichen App-Plattform force.com eingeschlagen. 

Ein solcher Schritt würde für Google durchaus sehr viel Sinn machen; vor allem um seine Plattform Google Apps zu stimulieren, die bislang nur Google-eigene Anwendungen verfügbar hat. Salesforce ist mit seiner Plattform rund um das Thema CRM sehr erfolgreich und weist auch den Weg für Google. Die Google-Plattform dürfte dabei recht einfach funktionieren. Entwickler stellen dort ihre Anwendungen ein – entweder unter Einbeziehung der Google-Produkte oder ohne. Ein Teil der Anwendungen ist kostenlos, ein anderer kostenpflichtig. Die Transaktionen und Bezahlung werden über die Plattform abgewickelt und der Betreiber erhält einen kleineren Teil der Umsätze – so zumindest funktioniert force.com und hat sich bewährt.  

Unsere Einschätzung: Ein “App Store” für Unternehmen auf der Grundlage der Google Apps ist sehr wahrscheinlich und ein logischer, nächster Schritt, um Unternehmenskunden ein breiteres Spektrum an Produkten und Dienstleistungen aus einer Hand anbieten zu können.

März 9, 2010   6 Comments

YouTube-Umsätze sollen bis 2011 auf 1,1 Mrd. Dollar steigen

Google scheint mit der Profitabilität von YouTube immer besser voran zu kommen – das zumindest glauben die Analysten der Citigroup. Für das laufende Jahr erwartet die Analyse rund 945 Millionen Dollar Brutto-Umsatz. Dieser soll im kommenden Jahr auf 1.134 Millionen Dollar steigen. Der Brutto-Umsatz ist der Wert vor Abzug der Umsatzbeteiligung an die YouTube-Content Partner. Wann Google allerdings die Schwelle zur Profitabilität erreicht, gibt die Analyse nicht her. Andere Experten schätzen die jährlichen Kosten von YouTube auf 700 bis 800 Millionen Dollar, so dass bereits dieses Jahr erste Gewinne auf Jahresbasis erzielt werden können. Damit Google allerdings die gesamten Investitionen zurückbekommt, dürften trotz der erwarteten Erfolge noch einige Jahre vergehen. Insgesamt dürfte Google bislang zwischen 4 und 5 Milliarden Dollar in YouTube investiert haben (Akquisition und laufende Kosten).

Quelle: Citigroup

März 8, 2010   5 Comments

Pro-Kopf-Umsatz bei Google dreimal so hoch wie bei Yahoo

Die Stärke des Google’schen Geschäftsmodells zeigt sich in den immer steigenden Umsätzen und sprudelnden Gewinnen. Um diese Zahlen in eine Relation zu setzen ist ein Vergleich mit den wichtigsten Wettbewerber interessant. Als Kennzahl dient der Pro-Kopf-Umsatz pro festangestelltem Mitarbeiter. Hier liegt Google in einem Verhältnis von 3:1 vor Yahoo. Im vierten Quartal 2009 lag der Umsatz eines Googlers bei 336.000,- Dollar, der Pro-Kopf-Umsatz eines Yahoo-Mitarbeiters hingegen nur bei 124.000 Dollar. Der Abstand in dieser Kennzahl war in den letzten Jahren immer schon recht groß zwischen den beiden, aber im zweiten Halbjahr 2009 hat sich der Abstand nochmals deutlich vergrößert. Ein guter Hinweis wie gut Google durch die Wirtschaftskrise gekommen ist (vgl. Grafik).

März 4, 2010   6 Comments

Schmaler Grad: Führt Google Werbeplatzierung in Suchergebnissen ein?

Es galt eines der wichtigsten Erfolgskriterien und ehernen Prinzipien von Google: Die strikte Trennung von Suchergebnissen und Werbung. Dieses Grundprinzip wurde erstmals etwas verwässert, als man begann, Werbung oberhalb der Sucheergebnisse zu platzieren. Nun geht aus einem Bericht hervor, dass Google anscheinend an einem Konzept arbeitet, welches eine Platzierung von bezahlter Werbung innerhalb der Suchergebnisse erlaubt. In einem Experiment in Houston und in San Jose können Werbetreibende für einen Festpreis von 25 US-Dollar monatlich einen Link auf ihre Firmenwebseite setzen, dieser Link wird dann mit einem auffälligen gelben Tag versehen (siehe Snapshot). In dem Artikel wurde von einem Skateboard-Laden berichtet, der typischerweise zwischen 1.000 und 2.000 US-Dollar pro Monat für AdWords-Werbung ausgibt und  nun mit dem Highlighting für 25 US-Dollar die gleiche Anzahl Klickraten erzielt.

Die Funktion erinnert an die Funktion der Gelben Seiten. Man sucht nach einem bestimmten Laden oder Art von Geschäft und bekommt eine Auswahl präsentiert. Google nutzt nun die Möglichkeiten des Internet und setzt einen Link auf die Firmenwebseite oder auf eine spezielle Marketingaktion. An sich eine gute Idee, da man durch diese Funktion und die niedrige Preissetzung selbst denjenigen Werbetreibenden etwas anbieten kann, für die Online-Werbung zu kostspielig oder zu kompliziert ist. Vom Vertrieb her kann dies über AdWords oder einen direkte Ansprache eines Wiederverkäufers geschehen. Google verfügt weltweit über einen ganze Reihe von Partnerschaften, die den Vertrieb der Google-Produkte an Kleinstunternehmen ankurbeln sollen – in Deutschland beispielsweise mit Telegate. Es handelt sich bei den Werbebudgets der Kleinstunternehmen in Summe um einen attraktiven Markt, der allerdings aufgrund seiner Fragmentierung viele Herausforderungen bereithält. Klar, dass Google versucht, dieses Potenzial auszuschöpfen. Bereits im Jahr 2005 hat Google das so genannte Local Business Center eingeführt, wo Kleinstunternehmen ihre „Branchenbuch“-Einträge vornehmen können. Hierzu passt auch die bislang gescheiterte Übernahme von Yelp.com, die sich genau in diesem Metier bewegen.

So weit, so gut. Wäre da nicht die Tatsache, dass die nun erprobte Werbeform innerhalb der Suchergebnisse platziert wird. Derzeit sind die gelben Tags noch auf Suchergebnisse im Kontext von Karten beschränkt. Hier wandelt Google auf einem sehr schmalen Grad. Sicherlich ist es für Google aus kommerziellen Gründen sehr sinnvoll, diesen Schritt zu gehen. Aber wie werden die Nutzer auf die potenzielle Verwässerung der Suchergebnisse reagieren, wenn es in den Suchergebnissen plötzlich von gelben Tags nur so wimmelt. Es wird spannend zu beobachten sein, wie weit Google selbst seine Prinzipien und Grundsätze beugen wird. Man war eigentlich immer stolz darauf, dass man die Fehler, die die Suchmaschinen und Webkataloge der ersten Generation gemacht haben und die zu deren Untergang beitrugen, nicht gemacht hat.

Februar 19, 2010   12 Comments