Die Strategien und Taktiken des Internetgiganten

Google-Boss Schmidt will 10 Milliarden pro Jahr mit Android verdienen

Der Marktanteil des mobilen Betreibssystems Android nimmt stetig zu. Auch wenn Google den Vertrieb des Nexus one eingestellt hat, kommen immerh mehr Smartphones auf den Markt, die die Möglichkeiten von Android umfassend nutzen. Zudem eignet sich Android hervorragend für den Betreib von Tablet-PCs. Auch hier werden wir in den kommenden Jahren ein deutliches Wachstum der Marktanteile von Android – in absoluten Zahlen und in Prozentwerten sehen. Das sind gute Nachrichten für den Internetriesen aus Mountain View.

Bislang hat sich Google aber immer ziemlich bedeckt gehalten, wieviel Umsatzpotenzial man mit dem kostenlosen Betriebssystem machen möchte. In einem Interview mit dem Wall Street Journal sprach Google-Boss Eric Schmidt nun von einem Umsatzpotenzial von mehr als 10 Milliarden Dollar jährlich für Google.  Neben der Möglichkeit direkt über mobile Werbung Geld zu verdienen oder indirekt über die Nutzung der vorinstallierten Google-Dienste sieht Schmidt ein gutes Potenzial im Bereich Paid Content. Google möchte dabei als Vermittler oder Wiederverkäufer für digitale Inhalte von Zeitungen, von Bewegtbild oder aus dem Buchverkauf sein Geld verdienen. Damit hat Schimdt wahrscheinlich eher die Möglichkeiten von Tablet-PC im Hinterkopf. Mal sehen, ob sich dieser Traum vom Paid Content (der bislang nicht so wirklich gut funktioniert hat) erfüllen wird oder ob man den (zurecht) skeptischen Verlegern und Medienunternehmen nur den Mund wässerig machen will…

Juli 30, 2010   7 Comments

Google rückt mit ‘News for you’ näher an eine Tageszeitung heran

Gestern hat Google auf seinem Blog eine neue Funktion für seinen Dienst ‘Google News’ angekündigt. Die neue Funktion nennt sich “News for you” und ist im Grunde eine weitere Stufe der Personalisierung von Google News. Der Nutzer hat die Möglichkeit, sich nach seinen Interessensgebieten eine individuelle Google News-Page zusammen zu stellen. Google bietet ihm dann zu diesen Themen die neuesten Informationen und Meldungen.

Schaut man sich die Möglichkeiten dieser neuen Funktion genauer an und denkt man ein paar Schritte weiter, so wird schnell klar, dass Google mit dieser Funktion sehr nah an eine individuelle, digitale Tageszeitung heran rückt. Kombiniert man den Dienst mit einem Tablet-PC wie dem iPad, so stellt sich die Frage, warum man noch eine klassische Tageszeitung abonnieren sollte.

Eine Übersicht, wie die Personalisierung hin zu “News for you” funktioniert, hat Google in einem Video zusammengefasst:

Juli 1, 2010   4 Comments

Mit ‘Newspass’ will Google Verlage bei Paid Content unterstützen

Einem Bericht der italienischen Zeitung La Repubblica zufolge, wird Google Ende des Jahres eine Lösung für Verlage im Bereich Paid Content einführen. Verlage sollen ihre Bezahlinahlte über ein Micro Payment-Konzept auf der Grundlage von ‘Google Checkout’ monetarisieren können. Spekuliert wird über eine derartigen Dienst bereits seit Mitte 2009. Sollte ein solcher Dienst tatsächlich kommen – wovon auszugehen ist -, dann ist dies ein weiterer Baustein, um die Spannungen zwischen Google und der Verlagsindustrie weltweit weiter zu entspannen. Google selbst sieht sich grundsätzlich als Partner der Verlage, ist aber auch vom seblen Kuchen. Kürzlich hatte Google unter dem Namen “Editor’s Picks” eine Möglichkeit in Google angekündigt (Bericht auf SPON), dass Redaktionen (derzeit nur 12 Auserwählte) bestimmte Themen und Artikel prominent platzieren können. Google versucht durch diese und anderen Maßnahme, (z.B. Living Stories oder Fast Flip) die harte Konfrontation der Verlage abzumildern oder sich langfristig als deren strategischer Partner zu positionieren. ‘Google News’ ist für Google ein wichtiger Dienst, der viel Traffic und Nutzerbindung bringt. Daher ist hier eine zufriedenstellende Lösung für alle Beteiligten von Nöten.

Juni 18, 2010   1 Comment

Google Book Search Settlement – Google nennt erstmals Zahlen

Das Angebot von Google bezüglich des “Google Book Search Settlements” mit der amerikanischen Autorenvereinigung Author’s Guild und der Association of American Publishers wird derzeit vor einem Gericht in New York in Rahmen eines Fairness Hearings verhandelt. Dabei musste der zuständige Google-Ingenieur Dan Clancy erstmals konkrete Zahlen zum Stand des Google Book Search Projekts darlegen. Hier die wichtigsten im Überblick:

  • 174 Millionen Bücher – soviele verschiedene Bücher existieren nach Google Berechnungen auf der Welt
  • 42 Millionen Bücher – davon haben die Partnerinstitutionen von Google in ihrem Bestand
  • 10 Millionen Bücher – fallen unter die Vereinbarungen des Google Book Search Settlement (in den USA, Kanada, Großbritannien, Australien und Neuseeland); davon sind rund 50% noch “in-print” und die restlichen “out-of-print”. Bei 1 Million dieser Bücher seien die Urheberrechtsinhaber nicht mehr zu ermitteln (“orphan works”)
  • 12 Millionen Bücher – hat Google bislang in seinem Projekt digitalisieren können. Davon rund 2 Millionen über sein Partnerprogramm, weitere 2 Millionen Bücher, bei denen es kein Copyright mehr gibt, und ein hoher Anteil ausländischer Bücher, die nicht unter das Settlement fallen.

Februar 22, 2010   13 Comments

Google und die Verlage – nicht nur Schwarz und Weiß

Während Rupert Murdoch und andere Verlagsgranden lautstark und vehement gegen Google keilen, gibt es heimlich, still und leise immer wieder interessante Themen, wo Google gemeinsam mit Verlagen neue Ansätze und Konzepte erprobt. Es scheint so, als ließe sich die Welt nicht so ohne weiteres in die Guten (arme, betrogene Verleger) und die Bösen (smarte High-Tech-Jungs, die die ganze Kohle abgreifen und den Guten eine lange Nase machen) einteilen. …mehr

Dezember 18, 2009   2 Comments