Interessantes Google-Patent: Automatische Auswahl des Werbeformats
In den letzten Jahren hat Google seine Werbeplattform vor allem im Hinblick auf intelligente, neuartige Tools und die umfassende Automatisierung der unterschiedlichen Wertschöpfungsstufen auf- und ausgebaut. Werbetreibende können heute alle wesentlichen Prozesse sehr einfach online abwickeln und unterschiedliche Tools einsetzen, um ihre Werbung zu erstellen (z.B. Display Ad Builder) oder zu platzieren (z.B. Campaign Optimizer). Nun hat Google ein Patent für eine Technologie eingereciht, die es Werbetreibende künftig noch leichter machen soll, dass passende Format für ihre spezielle Werbung zu finden – denn die Entscheidungen dafür muss der Werbetreibende oder seine Agentur bislang zum großen Teil alleine und aus dem Bauch heraustreffen.
In einem Patentantrag unter der Nummer 20100138553 möchte sich Google nun ein Konzept mit dem Namen “Selecting Format for Content Distribution” patentieren lassen (Hinweis: Google verwendet oft die Bezeichnung “Content”, wenn es sich eigentlich um Werbung handelt). Google möchte seinen Werbekunden künftig auf der Grundlage seiner großen Datenbestände und der Erfahrungswerte über statistische Verfahren das passende Werbeformat für seine Werbung empfehlen. Die wesentliche Erläuterung aus dem Patent ist dieser Abschnitt:
Among other disclosed subject matter, a computer-implemented method for performing a content distribution associated with a format includes performing analysis of an information collection reflecting network activities by a user, the network activities occurring in response to earlier content distributions to the user. The method includes selecting a format for a content distribution to be made to the user, the format being selected based on the analysis. The method includes performing the content distribution to the user using the selected format.
Mit anderen Worten: Die Technologie wird analysieren, welche Individuen oder Zielgruppen auf unterschiedliche Formate und Kontexte reagieren und das System liefert dann die Werbung zum richtigen Platz (Placement) und im richtigen Format aus. Automatisch, ohne dass der Werbeteibende noch groß eingreifen muss. Er muss nur in der Planung seine Zielgruppen und Werbeinhalte festlegen.
Juni 4, 2010 5 Comments
Google kauft Werbe-Einkaufsplattform Invite Media
Für rund 70 Millionen Dollar hat Google anscheinend die Werbehandelsplattform Invite Media übernommen – dies berichtet zumindest AllThingsDigital. Invite Media hat eine Lösung “Bid Manager” entwickelt, die es Werbekunden erlaubt, Display-Werbung zentral von verschiedenen Werb-Handelsplattformen wie Googles Ad Exchange oder Microsofts AdECN zu erwerben. Dem Bericht zufolge wird Google Invite Media zunächst als selbstständig operierendes Unternehmen weiterführen und in das Produktportfolio von DoubleClick intergrieren. Google folgt mit der Übernahme die Strategie seine Systemführerschaft bei den Werbeplattformen immer weiter auszubauen und zu vertiefen.
Juni 2, 2010 4 Comments
Google überarbeitet Ad Creation Marketplace – und führt ihn in Deutschland ein
Wie kann man neue Zielgruppen als Kunden für Video- und Audio-Werbung erreichen? Diese Frage hat Google bereits vor rund zwei Jahren mit dem so genannten Ad Creation Marketplace beantwortet. Auf dem Ad Creation Marketplace bringt Google Nachfrage und Angebot für Kreativleistungen zusammen. Kleinere Werbetreibende (meist ohne Agentur) sollen auf einfache und bequeme Weise Video- und Audio-Werbung für ihre Produkte und Dienstleistungen bekommen. Freelancer und Agenturen sollen (nach einem Qualifizierungsprozess) diese Jobs übernehmen und über den Ad Creation Marketplace abwickeln. Der Ad Creation Marketplace ist somit ein wichtiger Baustein in der Werbeplattform von Google. Eine Strategie des Internetriesen ist nicht nur der Kampf um die Marktanteile bei bestehenden Kunden, sondern auch die Erschließung vollkommen neuer Nutzergruppen für seine Werbeplattform. Nun hat Google den Ad Creation Marketplace runderneuert und mit ein paar neuen Features ausgestattet… und bringt den Marktplatz nun auch nach Deutschland. Ab sofort können sich sowohl Kunden als auch Kreative dort registrieren.
Juni 2, 2010 3 Comments
Erfolgsfaktor für Android: Google winkt mit saftigen Umsatzbeteiligungen
Im Gegensatz zum Google-Handy Nexus One ist das Betriebssystem Android durchaus ein Erfolg. Innerhalb der letzten 18 Monate konnte man einen beachtlichen Marktanteil gewinnen und man fährt weiter auf der Erfolgsspur. Der Grund liegt laut einem Bericht des Magazins Paid Content jedoch nicht nur an dem offenen Ansatz und den interessanten technologischen Ansatz wie Google uns weiß zu machen versucht, sondern wohl auch an ungewöhnlich hohen Umsatzbeteiligungen und hohen Zahlungen für die vorinstallation von Google-Diensten auf den jeweiligen Smartphones. Diese Art von Deals sind in der Internetbranche allerdings nichts ungewöhnliches. Die Bedeutung der so genannten “Toolbar-Deals” mit Browser-Herstellern wie Firefox oder Opera, mit Software-Herstellern wie Adobe oder Hardware-Herstellern wie Dell in dabei für die Verbreitung und Nutzung verschiedener Dienste nicht zu unterschätzen. Im Bereich der mobilen Endgeräte ist dies schon etwas ungewöhnlicher. Dem Bericht zufolge ist allerdings die Höhe der Beteiligungen durchaus “unnormal”. Google hält den Partner derzeit anscheinend die ganz großen Karotten hin…
März 26, 2010 6 Comments
Google will CPM- und CPC-Modell durch dynamisches Pricing verbinden
Unter der Nummer 20100070350 hat Google einen Patentantrag für ein “Dynamisches Pricing” von Werbung gestellt. Bei der Online-Werbung dominieren derzeit die beiden Preismodelle CPM und CPC, also der Tausenderkontaktpreis und der Preis pro Klick. Typischerweise muss sich ein Webseiten-Betreiber bei der Definition eines Werbeplatzes von vorneherein festlegen, mit welchem Preismodell er seine Werbung vermarkten möchte. Google ist mit seinem in breitem Maße angewendeten Preis-pro-Klick-Modell erfolgreich. Im Bereich der Display-Werbung dominiert bis heute noch das CPM-Modell, welches die Währung der klassischen Werbung darstellt. Nun versucht Google beide, eigentlich verschiedenen Modelle so zu vereinen, dass für den Webseiten-Betreiber ein automatisches, dynamisches Pricing möglich wird, abhängig davon, mit welchem Modell ein höherer Umsatz möglich ist. Als Grundlage dienen umfangreiche Datenanalysen und die Wahrscheinlichkeitsrechnung.
In dem Patent geht es aber nicht nur, um das dynamische Pricing, sondern man geht noch einen Schritt weiter. Je nach Situation oder Inhalt, soll über das System auch automatisch festgelegt werden, ob in einer definierten Werbefläche Textanzeigen oder Display-Werbung angezeigt werden soll. Dies kann sich je nach Nutzer, Verhaltensweise, dem benutzten Endgerät oder der verfügbaren Werbung unterscheiden. Immer mit dem Ziel eine möglichst hohe Klickrate auf die Werbung zu erzielen – zum Wohle der Webseiten-Betreiber und damit auch für Google durch die Umsatzbeteiligung.
März 22, 2010 6 Comments










