Weitere Widersprüche gegen AdMob-Übernahme
Nachdem die FTC eine intensivere Prüfung der AdMob-Übernahme angekündigt hat, haben nun zwei einflussreiche Verbraucherschutz- organisationen in den USA einen Antrag bei der FTC gestellt, die geplante Übernahme nicht zu genehmigen. In einem gemeinsamen Schreiben legen das Center for Digital Democracy und die Organisation Consumer Watchdog führen sie verschiedene Argumente an, die gegen eine Übernahme durch Google sprechen – vor allem eine marktbeherrschende Stellung und Datenschutzproblematiken.

(Das Original-Schreiben findet sich hier)
Unsere Einschätzung ist, dass die Einsprüche der Verbraucherorganisationen keinen Einfluss auf das Prüfungsverfahren haben werden. Dies liegt vor allem an den verfügbaren Fakten und die Art und Weise wie diese Art Übernahmen geprüft werden. Der Markt für mobile Werbung ist sehr fragmentiert und wenig entwickelt. Hier könnte Google glaubhaft machen, dass die Übernahme von AdMob keine marktbeherrschende Stellung zu Folge haben dürfte. Des Weiteren prüft die FTC nur die Auswirkungen auf die betreffenden Segmente. Dies war auch im Falle der DoubleClick-Übernahme so. Man hat den Markt für Display-Werbung geprüft und ist zum Schluss gekommen, dass eine Übernahme unproblematisch ist. Was Kartellbehörden nur sehr schwer prüfen können, ist der Nutzen einer solchen Übernahme im Kontext der langfristigen Strategien zur Festigung der Marktdominanz. Im Falle von DoubleClick waren die Ziele schnell nach der Übernahme sichtbar, als man einen Tag nach der finalen Entscheidung der EU den Google Ad Manager (der auf einem DoubleClick-Produkt beruht) kostenlos ins Netz stellte und so eine deutlichen Einfluss auf die Marktmechanismen ausübte. Der Druck auf professionelle Ad Server-Anbieter ist unter Druck geraten und die Wechselhürden für die Nutzer der Google-Werbeplattform dürften sich mittelfristig deutlich erhöhen.
Ob und welche Effekte eine AdMob-Übernahme für den Markt für mobile Werbung außerhalb der klassischen Bewertung nach Marktanteilen haben könnte, lässt sich schwer sagen. Sicherlich könnte Google mit AdMob einen großen Schritt nach vorne machen. Sowohl in der Reichweite der eigenen Werbeplattform als auch in den Möglichkeiten des Sammelns von Daten über Nutzung und Nutzer.







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